P4 Values , Paradigms and Principles

Das P4-Framework vereinigt und integriert Werte und Prinzipen aus den Bereichen Lean, Agile und NewWork.

Pragmatische Werte

Die grundlegenden Werte von Lean und Agile gelten auch für P4:

  • Transparenz ermöglicht kontinuierliche Verbesserungen
  • Respekt, Vertrauen und persönliche Sicherheit ermöglichen Mut zur Verbesserung und Innovation
  • klare Priorisierung ermöglicht Fokus
  • intrinsische Motivation (Autonomie, Perfektion, Sinn) ermöglicht Hingabe und Verpflichtung

Pragmatische Paradigmen

  • Motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind die Grundlage jedes langfristigen Erfolgs
  • Einer für Alle, Alle für Einen. Heldentum und Einzelkämper sind kontraproduktiv.
  • Zuerst Effektivität, dann Effizienz
  • Vermeide lokale Optima, strebe nach einem globalen Optimum
  • Ein voll ausgelastestes System ist verstopft; Fluss benötigt Spielräume

Pragmatische Prinzipien

P4 erweitert und konkretisiert einige der Prinzipien aus Lean & Agile:

  • Durchgängige Iterationen und feste Zeiteinheiten (Timeboxing & Cadence)
  • Prinzip der Reduktion von Komplexität durch Planung auf der Ebene von stabilen Teams, nicht auf der Ebene von Einzelpersonen
  • Prinzip der Verantwortung von Teams, nicht von Einzelpersonen
  • Musketier-Prinzip „Alle für Einen, Einer für Alle“: Der Gesamterfolg steht über dem Einzelerfolg.
  • Erstes Prinzip des Arbeitsflusses: Arbeit fließt zu stabilen Teams, gesteuert durch die Team-Backlogs, nicht durch Neuaufstellung von Projektteams
  • Zweites Prinzip des Arbeitsflusses: Kadenz, Priorisierung und Fokus
    • Themen, die zu bearbeiten, zu besprechen oder zu entscheiden sind, werden in das passende wiederkehrende Event mitgenommen (passend in Abhängigkeit von Thema und Personenkreis). Nur wenn dies nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, wird ein eigener Termin organisiert. Bei der Einführung von agiler Arbeitsweise in einer Organisation sollten dazu idealerweise alle bisherigen Meetings gestrichen werden und die Themen auf die P4-Events verteilt werden.
  • Prinzip der größtmöglichen Selbstorganisation, Freiheit und Wahl
    • Pull: Teams ziehen die Arbeit in ihrer eigenen Geschwindigkeit.
    • Prinzip der lokalen Entscheidung: Übertragung eines Großteils (80%) der Verantwortung an die bearbeitenden Teams und nur wenig (20%) an die nächsthöhere Ebene.
    • Teams haben die Möglichkeit, ihre eigenen Werkzeuge zu wählen
    • Kunden/Lieferantenprinzip: Applikations- und Systemteams können wählen, welche Version eines Moduls (oder einer Technologie) sie in einem System verwenden. Modulteams unterstützen daher immer mindestens eine ältere Version eines Moduls, wenn eine neue Version verfügbar wird. Im Extremfall können Applikations- und Systemteams Module auch extern einkaufen, wenn sie keine geeigneten internen Module angeboten bekommen.
  • Prinzip der Wiederverwendung (Wissen, Modelle, Designs, Zeichnungen, Komponenten, Lieferantenbeziehungen).
  • P4-Organisationen streben eine vertrauensvolle und langfristige Zusammenarbeit mit Lieferanten an.
  • Prinzip des einzigen Orts der Wahrheit (Single-Point-of-Truth), auch bekannt unter dem Prinzip der Redundanzvermeidung.
    • Anmerkung: Unter Umständen macht es Sinn, Backlogs oder Kanban-Boards sowohl digital als auch analog, als physische Karten an einer Wand, zu verwalten. Dabei ist klar zu vereinbaren, welche Darstellung die „Wahrheit“ darstellt und dass alle anderen nur eine Kopie davon sind und nachgeführt werden.
    • Gleiches gilt für die Ablage von Informationen, wie Entscheidungen
  • Prinzip der Selbstähnlichkeit und Einfachheit: Bei der Skalierung von Scrum bilden mehrere Teams einen Cluster, als größere organisatorische Einheit. Mehrere Cluster bilden die Oragnisation. Alle Regeln und Beziehungen sind dabei gleich nach den Scrum-Prinzipen aufgebaut; sie bleiben bei der Skalierung erhalten.
  • Prinzip der Überlappung: Bei der Bildung von selbstähnlichen Organisationsstrukturen bilden Vertreter der darunterliegenden Teams die Gruppen auf höheren Ebenen (in Scrum auch bekannt als „Scrum-of-Scrums“). Dadurch können Informationen ungefiltert von einem Team in eine Gruppe und auch zurück in die Teams fließen. Es ist wichtig, dass die Bildung der Gruppe durch die Teamvertreter geschieht (Föderalismus von „unten“, Selbstorganisation), nicht durch Aufteilung von „oben“.